Erbe des verstorbenen WSL-Direktors gewürdigt

Der Tod des Schweizer Klima- und Gletscherforschers und WSL-Direktors Konrad «Koni» Steffen hinterliess nicht nur eine trauernde Familie, sondern auch eine grosse Lücke in der Forschungswelt. Denn Steffen hatte national und international die Klima-, Polar- und Höhenforschung sehr stark geprägt. An einem zweitägigen Treffen wurden nun die Arbeit und das Leben des Schweizers von Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskolleginnen gewürdigt. Sein Wirken beeinflusst die Forschung auch in Zukunft.

«Wenn ich weiter blicken konnte, dann nur, weil ich auf den Schultern von Riesen stand», ist ein bekannter Ausspruch von Sir Isaac Newton und prägte auch das zweitägige Symposium zu Ehren von Konrad «Koni» Steffen. Denn alle Teilnehmenden in Davos waren sich einig, dass der bekannte und beliebte Schweizer Gletscher- und Klimaforscher tatsächlich zu den Riesen in seinen Wissenschaftszweigen zählte. Ob als Forscher, als Chef, als Lehrer, als Kommunikator oder ganz privat als Freund und Vater, als Fotograf, Kaffee- oder Kunstliebhaber: Koni Steffen war prägend in vielerlei Hinsicht und hinterliess seine Spuren nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit, wie ein Blick auf die Teilnehmerliste des Treffens zeigte. Neben zahlreichen Gästen aus der Schweiz kamen Teilnehmende sogar aus Neuseeland extra für diesen Anlass ins bündnerische Davos.

Organisiert wurde der Event «The cryosphere in a changing climate – a scientific symposium in the memory of Koni Steffen» von der WSL, dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, dem Swiss Polar Institute SPI, der ETH Zürich und der EPFL; Orte an denen Koni Steffen gewirkt hatte bis zu seinem Tod. Forschende aus aller Welt und jeder Karrierestufe, Politiker, Künstler, sie alle kamen, um Koni Steffen als Person und seine Arbeiten zu würdigen, mit liebevollen Anekdoten und vielen Fotos. Sie zeigten eine sehr vielschichtige, begeisterte und mitreissende Persönlichkeit, die neben ihrer Arbeit für das Klima, die Gletscher und Grönland auch ein grosses Herz für Kaffee, Fotografie und Kunst hatte. Andererseits wurde auch klar, dass Koni Steffens Wirken, seine Persönlichkeit und sein Enthusiasmus mit seinem Tod nicht einfach verschwanden, sondern sich daraus ein Erbe geformt hat, das auch in Zukunft die Arbeiten rund um seine Themen mit derselben Begeisterung und Ernsthaftigkeit weiterführen wird.

Der Anlass war nicht nur dazu gedacht, die Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen, sondern auch die Gegenwart und die Zukunft der verschiedenen Wissenschaftszweige und Institutionen, ja sogar Ländern, zu zeigen, an denen Koni während seines Schaffens mitgewirkt hatte. Für junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter war das Symposium ein geeigneter Ort, um ihre Forschungsarbeiten präsentieren zu können. Einige führen die Arbeiten von Koni Steffen weiter, wie beispielsweise das von ihm initiierte und jetzt vom dänischen Geologischen Institut GEUS betriebene Wettermessnetzwerk auf Grönland. Andere junge Forschende bauen auf den Erkenntnissen und Arbeiten von Koni Steffen auf und führen so sein Wirken weiter in die Zukunft. Auch Einrichtungen wie die WSL oder das SPI, wo Koni Steffen als Direktor bzw. wissenschaftlicher Leiter tätig gewesen war, zeigten an diesem Symposium, dass er einen nachhaltigen Einfluss auf deren Entwicklung hatte und sie mit ihm noch stärker zu international wichtigen Institutionen erhoben wurden und weit in die Zukunft blicken, wie auf den Schultern eines Giganten eben.

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Aufnahmen der Veranstaltung sind auf YouTube zu sehen.

Das Programm des Symposiums gibt es hier.

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