Winterrückblick 2015/2016 - Kurzer und warmer Winter

02.05.2016  |  News

Trockenheit und rekordhohe Temperaturen im Dezember, dann intensive Schneefälle, Regen und Sturm - der Winter 2015/16 war wechselhaft und es ereigneten sich etwas weniger tödliche Lawinenunfälle als im Durchschnitt.

Auf weisse Weihnachten wartete man diesen Winter nicht nur im Mittelland, sondern auch in vielen Berggebieten vergebens. Einige Orte in den Bündner Bergen, wie Bivio, Davos oder St. Antönien, präsentierten sich sogar erstmals an Neujahr im grünen Kleid. Dies hing nicht nur mit den rekordwarmen Temperaturen im Dezember sondern auch mit der grossen Trockenheit im Frühwinter zusammen.

Im Tessin lag oberhalb von 1500 m ü. M. so wenig Schnee wie noch nie zuvor am Jahresende. Laut MeteoSchweiz waren in den Berggebieten die Temperaturen im Dezember um 4-6 °C höher als im Durchschnitt. Insgesamt handelt es sich um den zweitwärmsten Winter*1 (November bis April) seit Messbeginn 1864.

Erst Anfang Januar kam in den Bergen der langersehnte Schnee. Klar im Vorteil in Bezug auf die Schneemengen war die Westschweiz. Dort hatte es im November schon so viel geschneit, dass der Schneemangel im Dezember weniger ins Gewicht fiel. Ab Mitte Januar lag an Orten oberhalb von 1400 m ü. M. sogar überdurchschnittlich viel Schnee. Nur für wenige Tage weiss wurde es hingegen im Mittelland. Der Winterausklang gestaltete sich wechselhaft: Nach frühlingshaften Verhältnissen anfangs April kehrte der Winter Mitte des Monats mit Schnee und Kälte nochmals zurück.

Insgesamt weniger lawinengefährlich

Die Zeit mit verbreitet erhöhter Lawinengefahr beschränkte sich auf die Periode von Januar bis Anfang März. In den schneereichen Gebieten (z.B. Unterwallis, Alpennordhang) führten intensive Schneefälle, Regen und Sturm zu kritischen Lawinensituationen. In den schneearmen Gebieten (z.B. südliches Oberwallis, nördliches Tessin, Graubünden) war es vor allem wegen des schwachen Schneedeckenaufbaus lawinengefährlich.

Ab der zweiten Märzwoche nahm die Lawinengefahr überall ab. Mit Nassschneelawinen wurde es Anfang April zwar nochmals kritisch sowie mit Neuschnee ab Mitte April, aber insgesamt war es im Winter 2015/16 weniger gefährlich als im Durchschnitt: Die Gefahrenstufe 1 „gering“ wurde fast doppelt so häufig herausgegeben wie durchschnittlich in den letzten 10 Jahren.

 

Etwas weniger Lawinenopfer

Bis jetzt (Stichtag 30. April 2016) verunglückten diesen Winter 18 Personen tödlich in Lawinen. Dies ist etwas weniger*2 als in anderen Wintern bis zum selben Stichtag. Bei den verunglückten Personen handelt es sich um 13 Tourengeher und 5 Variantenfahrer. Im langjährigen Durchschnitt sterben in einem ganzen Jahr*2 23 Personen in Lawinen. 

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*1 Beim bisher wärmsten Winter seit Messbeginn handelt es sich um den Winter 2006/07.

*2 Der langjährige Mittelwert von 23 Todesopfern bezieht sich auf ein ganzes hydrologisches Jahr, das jeweils vom 1. Oktober des Vorjahrs bis Ende September dauert. Bis Ende April liegt der langjährige Mittelwert bei 21 Todesopfern. Die Opferzahl kann bis zum Ende des hydrologischen Jahres noch weiter steigen.

 

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