Mehr Kostenwahrheit durch die Internalisierung externer Kosten

01.05.2023

«Eine beschränkte Markttransparenz und die mangelnde Integration externer Effekte in die Konsumentenpreise behindern heute ein nachhaltiges Einkaufsverhalten», hält der Bundesrat in seinem Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik fest. Mit der Annahme der beiden gleichlautenden Postulaten 22.4440 von Anna Giacometti und 22.4556 von Meret Schneider will der Nationalrat dieses Problem nun angehen und erwartet vom Bundesrat konkrete Vorschläge und Massnahmen. Giacometti hob in ihrem Votum in der Sondersession 2023 hervor: «Man muss den Konsumentinnen und Konsumenten die notwendigen Informationen zugänglich machen. Dazu gehören unter anderem die Produktionsmethode und Umweltwirkung. Da die Konsumentenpreise die externen Kosten der Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und -vermarktung nur ungenügend widerspiegeln, muss die Transparenz bei der Preisbildung über die gesamte Wertschöpfungskette verbessert werden.» Obwohl die beiden Postulate absolut identisch sind, erhielt Giacomettis Vorstoss mit 105 zu 67 bei 3 Enthaltungen mehr Zustimmung als jenes von Schneider (96 zu 91 Stimmen bei 3 Enthaltungen). Gemäss Art. 124 des Parlamentsgesetzes (ParlG) muss der Bundesrat der Bundesversammlung bis in zwei Jahren einen Bericht vorlegen.